6.10.14

Hello Kitty Café und Taipei 101

Was für ein Tag. Heute Morgen haben wir erst mal verschlafen (gleich vier Stunden). Trotzdem konnten wir (fast) alles erledigen, was heute auf dem Plan stand. 
Station 1 war der Taipei 101. Als ich vor sieben Jahren hier war, galt der Büroturm noch als der höchste der Welt. Damals war die Fahrt auf den Turm auch eher ein Nebengeschäft, heute ist der Trip mit dem Fahrstuhl in den 89. Stock professionell durchorganisiert. Der Ausblick lohnt sich aber trotzdem. Besonders wenn die Sicht klar ist. Neben dem Ausblick sind auch die riesigen Metallkugeln interessant, die die Archtekten im Inneren des Turmes angebracht haben. Sie sollen das Gebäude bei Wind im Gleichgewicht halten. Damals waren sie übrigens grau, heute sind sie in Gold angestrichen.
Nach einem kleinen Shoppingtrip zu Uniqlo, haben wir dann die Tickets für unsere Weiterreise organisiert. Auch das ging erstaunlich leicht: der Ticketfrau im Reiseführer die Stadt zeigen, Datum und Uhrzeit aufgeschrieben, fertig. Die wichtigsten Eckdaten stehen übriges auch in lateinischen Buchstaben auf dem Ticket. 
Das macht Taiwan zu einem sehr angenehm bereisbaren Land. Egal ob Straßenschild oder Supermarkt-Snack: unter den chinesischen Schriftzeichen steht immer die Beschreibung in lateinischen Buchstaben. 
Das gilt allerdings nicht (immer) für die Leckereien auf den Nachtmärkten - auf die es uns abends natürlich auch wieder getrieben hat. Da muss man bei der Zubereitung hinschauen und gelegentlich raten, was es sein könnte. 
Helge hatte sich ein Austern-Omlette ausgesucht. Tatsächlich ganz lecker. Vegetarische Speisen sind hier leider eher selten aber durchaus vorhanden. 
Eigentlich wollten wir heute Abend auf die "Snake-Alley". Hier sollte es laut Reiseführer Schlangen, Schildkröten und diverse andere Snacks geben. Frisch geschlachtet, frisch zubereitet. Nach vergeblicher Suche, hat uns ein Einheimischer dann erklärt, dass es sowas heute hier nicht mehr gibt: "Animal Protection." Bis auf ein paar träge wirkende Anakondas in Käfigen war tatsächlich nichts mehr vom ursprünglichen Markt zu sehen. 

Als Trost habe ich mir einen Smartphone-Selfie-Stab gekauft. Der heißeste Scheiß in Taiwan. 
Ach ja, im Hello Kitty Café waren wir zwischendurch auch noch. Ein Traum aus Rosa und süßen Kuchen. 

5.10.14

Nationale Chiang-Kai-shek-Gedächtnishalle und Mango-Eis zum Frühstück

Taiwan ist wunderbar. Heute haben wir gelernt, wie man UBahn fährt. Der nette Mann vom Ticketverkauf hat uns erklärt, wie man sich eine Plastikkarte (Easycart) kauft und sie bei Bedarf immer wieder mit  Guthaben aufladen kann. Ohne gültige Karte kommt man nämlich erst gar nicht auf den Bahnsteig. Anders als in Budapest oder Sofia mussten wir dieses Mal also nicht schwarzfahren. 
Ohne UBahn ist man in Taipeh quasi aufgeschmissen. Die Stadt ist riesig. 
Nach einem Frühstück mit Mangoeis und Waffeln standen der Wochenmarkt vor unserer Haustür, die Nationale Chiang-Kai-shek-Gedächtnishalle und der Huashan 1914 Creative Park auf dem Programm. Der Creative Park ist ein
ehemaliges Industriegelände das Künstler in eine Art Kulturzentrum verwandelt haben. Echt empfehlenswert. 
Abendbrot gabs später auf dem Raohe St. Tourist Night Market. Vom Schweinedarm über Gänsehälse bis hin zu mit roten Bohnen gefüllten
Gebäckstücken gabs alles was das Herz begehrt. Ich habe mich übrigens für letzteres und einen leckeren Kaktusfeigensaft entschieden. Yummi!


4.10.14

Taipeh und "Stinky Tofu"

Endlich angekommen in Taipeh. Unser Appartement ist klein aber sehr nett und vor allem mitten in der Stadt. In einer der Seitengassen schlafen wir gleich zwischen Metzgerei und Schlüsselladen. 
Nach einer heißen Dusche und einem Tütenkaffee aus der Appartement-Küche sind wir zu einer ersten Erkundung aufgebrochen. Hinein auf einen der Nachtmärkte. Auf der Suche nach Essen.  
Was auf unserem Spaziergang sofort auffällt: überall ist es Super sauber, nirgendwo liegt Müll herum, die Fußgängerwege sehen aus wie geleckt. 
Das war 2007, als ich das letzte mal hier war, noch nicht so. Damals waren die Fußgängerwege auch eher stolperzonen. Man musste aufpassen, dass man nicht in irgendein Loch fiel.
Auch die Häuserfassaden haben sich verändert. Damals war alles gefliest, heute sind die Fassaden mit Marmor verkleidet. In der Stadt hat sich einiges getan. 
Und die Stadt ist groß. Nach einer 3/4 Stunde sind wir endlich angekommen. Kleine Brutzelbuden reihen sich aneinander. Manche zeigen zu unserem Glück auch auf Bildern mit Englischen Untertiteln, was sie zu bieten haben. Wir entscheiden und für Wasserspinat, wildes Gemüse in Sesamöl und "Stinky Tofu". Über dieses Taiwanesische Nationalgericht haben wir schon viel gelesen. Allerdings stinkt der Tofu nicht so sehr wie in den meisten Blogs beschrieben und auch der Geschmack ist längst nicht so dramatisch. Er schmeckt ein bisschen muffig. Nicht schlimm aber eben auch nicht so lecker, dass man ihn noch mal bestellen muss. 
Dafür sind die anderen beiden Gerichte richtig lecker. Frisch, knackig, scharf und mit leichter Knoblauchnote. Sehr lecker. Gerne mehr davon. 

7.9.14

Nienstedten in Hamburg

Nienstedten steht heute auf unserem Plan. Der Hamburger Stadtteil lässt sich eigentlich mit einem Wort beschreiben: gut bürgerlich (ok, das sind zwei Wörter). Ganz in der Nähe der S-Bahn Station Klein Flottbek steht das Springerderby. Auf das Gelände kommt man allerdings nicht und Pferde sind auch keine zu sehen. Hinter dem Gelände liegt eine wunderschöne Steuobstwiese mit Äpfel- und Quittenbäumen. Gut für eine kleinen Snack. Weiter geht's zum Jenisch Park. Hier trifft sich die gut betuchte Nachbarschaft. Wie alle Hamburger mit dickem Bankkonto sehen die Familien aus, als seien sie einer Tommy Hilfiger Werbung entstiegen. 
Das tut der Schönheit des Parks aber keinen Abbruch. Alte Eichen stehen am Rand von Feuchtwiesen. Dazwischen tummeln sich Rassehunde auf Auslaufwiesen. 
Geht man Richtung Elbe kommt man zum Fähranleger Teufelsbrück. Perfekt fürs Schiffegucken. 
Von hier aus hat man die Wahl: mit der Fähre zurück Richtung Landungsbrücken oder durch die kleinen idyllischen Straßen, an den schönen Häusern und Villen vorbei, zurück zur S-Bahn Station Klein Flottbek. Auch wenn es mit dem Schiff schöner ist, ein Rundgang lohnt sich auf jeden Fall. 
Denn in Nienstedten ist die Welt noch in Ordnung (auch wenn das laut der "Zeit" ja eigentlich auf Blankenese zutrifft). Zur Orientierung kann ich sehr die Seite  www.nienstedten.de empfehlen. 
Fazit: Hier wohnt man schön und es macht Spaß sich das anzuschauen. Perfekt für den Sonntagsausflug. Einziger Minuspunkt: die Cafés scheinen sich eher am ältere Publikum zu orientieren (vielleicht haben wir auch in der falschen Ecke gesucht, Tipps sind also sehr willkommen). 4 von 5 Punkten.










25.6.14

Sapareva banya: Schön in den heißen Quellen liegen

Sapareva banya ist keine Schönheit aber ein netter kleiner Ort der vor allem - wichtig- heiße Quellen hat. Seit Budapest habe ich nämlich meine Leidenschaft für heiße Quellen entdeckt. Unsere zweite Wandertour ging also dort hin. Immerhin 10 km.







Wanderung zu den Rila Seen (7 Lakes)

Das Hotel war super. Als wir ankamen, haben wir festgestellt, dass wir die einzigen Gäste sind. Der Hotelmanager und die Köchin haben sich also erst einmal intensiv um uns gekümmert. Die Verständigung war kein Problem, beide haben gutes Englisch gesprochen (die Köchin eher sehr gutes). Sie wie auch der Manager war über 15 Jahre in London bzw. in Chicago.

Während es bei uns ja als schick gilt, im Ausland zu arbeiten haben uns die beiden erklärt, dass das in Bulgairen kein selbstgewähltes Schicksal ist. "Die meisten müssen ins Ausland, hier haben sie keine Chance Geld zu verdienen", hat uns die Köchin erzählt. Auch ihre Tochter lebt noch in London. Die Folgen: Familien werden auseinandergerissen, man sieht sich nur noch selten. Nach 10-20 Jahren kommen die meisten zurück, bauen sich hier ihr Häuschen, machen sich selbstständig. "Nur Leute, die keine Lust haben zu arbeiten, bleiben hier", meinte die Köchin.

Am nächsten Tag sind wir zu unserer ersten Wanderung aufgebrochen. Insgesamt 35 Kilometer und rauf auf den Berg. Wie gut, dass Helge einen Tag vorher noch die Sohlen von den Wanderstiefeln gefallen sind....

Auf dem Berg haben wir unser Bulgarisches Pärchen ( das aus dem Bus) wiedergesehen. Kurz nachdem ein Gewitter über uns hereingebrochen ist. Ein wirklich beängstigendes Erlebnis. Gott sei Dank ist es schnell weitergezogen.